Am Ende des 15. Jahrhunderts fingen die italienische Edelfamilien an sich bei Hochzeiten Schachteln mit Gold und Edelsteinen verziehrt zu schenken. Diese wertvollen Schachteln enthalten solche Süßigkeiten aus Zucker (damals sehr teuer, weil ZucKer aus dem neuerfundenen Indien impotiert wurde) und werden “bomboniere” genannt. Die weniger reichen Familien schenkten einfache Stoff- oder Papierbeutel mit Plätzchen gefüllt.
1896 heiraten Vittorio Emanuele, Prinz von Neaples und zukunftiger König Italiens, und Elena aus Montenegro: bei ihrer Hochzeitsfeier schenkte das Bautpaar den Gästen die “bomboniera”. Bei dieser Gelegenheit entsprangt die Tradition der “bomboniera”, wie wir sie heute kennen, dass heisst den Hochzeitstag zu gedenken und den Gästen zu danken.Das Wort “bomboniera” stammt aus dem französische “bon-bon” (Plätzchen), und wird im 18. Jahrhundert modisch, als der Adel mit Bonbons und Plätzchen gefüllte Schachteln zu bringen pflegte.
Im Gegenteil zu vielen anderen alten Gewohnheiten, die verloren gegangen sind, sind die “bomboniere” Teil der Tradition und Kultur des heutigen Italiens geworden. Der Brauch der “bomboniere” hat sich auch in anderen Ländern verbreitet: In Griechland werden die “bomboniere” sehr viel werwendet, sie sind in Spanien un Portugal modisch und werden in Deutschland und in anderen Nordländern immer belibter.